Internationale Zuchtschau Stuttgart 2010

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sparsame Schwaben im Musterländle...

Die Schwaben - bekannt für zwei Dinge!
Erstens - zuhause im Musterländle...
Zweitens - Sie können alles, nur kein Hochdeutsch...


Schön, irgendwie fällt uns zu Stuttgart auch noch ein, das hier die Automarke mit dem Stern Ihre Heimat hat.
Aber leider strahlte dieser Glanz nicht so ganz auf die Zuchtschau ab.
Warum?
Nun, am Gelände hat es sicher nicht gelegen - ganz im Gegenteil gehören die Hallen der Stuttgarter Messe sicherlich zu den schönsten Ihrer Zunft - hell, geräumig und Verkehrsgünstig gelegen blieben wirklich nur wenige Wünsche offen.
Wünsche z.b. nach einer besseren Einlasskontrolle, welche den angereisten Ausstellern das morgendliches Schlangestehen ein wenig angenehmer macht, oder aber auch dem nach einem rasch zu findenden Hallenplan, der einen zielgerichtet den Weg zum Ziel - in diesem Falle des Ringes weist, ohne erst in den Tiefen des Ausstellungskataloges fündig werden zu müssen!

Das alles ist aber nur Makulatur im Vergleich zu dem, was wirklich wenig mustergültig verlief.

So folgten die Ausrichter der ausgegeben VDH Maxime zur Erfolgsoptimierung, was vereinfacht betrachtet folgendes bedeutete:

- immer kleinere Ringe, um so möglichst viele in eine Halle zu zwängen, was den Kostenfaktor deutlich senkt und gleichzeitig den Ausnutzungsgrad der Hallen umso drastischer erhöht
- die Vorgabe an die eingeladenen Richter, innerhalb des zur Verfügung stehenden Zeitfensters immer mehr Hunde zu richten

Unserer Meinung nach ist dies - auch unter berücksichtigung wirtschaftlicher Notwendigkeiten , aus vielerlei Aspekten betrachtet der falsche Weg, um die anhaltende Rezession in Sachen Meldezahlen dauerhaft zu begegnen.
Spätestens nämlich nach dem Genuß dieser Veranstaltung stellt sich für uns in Zukunft nicht mehr die Frage, auch im folgendem Jahr einen kleinen Ausflug nach Stuttgart zu planen!
Und dies könnte durchaus auch auf andere Aussteller zutreffen!



 

Teilnehmerfeld...

Zum Glück hatte Herr Alfred Klapproth als geladener Richter den Luxus, wenig auf die Zeitvorgaben des VDH achten zu müssen, da er mit nur 43 gemeldeten Belgischen Schäferhunden ein eher überschaubares Teilnehmerfeld vorfand.
Schön für Ihn und auch alle Aussteller, welche sich somit auf einige mehr oder weniger angenehme Minuten im Ring und wirklich detailierte Bewertungen freuen durften!

Das mit dem Freuen ist dann aber doch so eine Sache.
Wenn Herr Klapproth sich beispielsweise auf attraktiv bemeldete Klassen und tolle Vorführungen freute, sah er sich vielleicht ein wenig enttäuscht, denn all zu selten befanden sich mehr als nur ein bis zwei Hunde gleichzeitig im Ring.
Und das war dann auch nur insofern von Vorteil, da sich somit die kleine Größe des Ringes nicht noch zusätzlich negativ bemerkbar machte!

Auch das warten am Rande des Ringes hatte alles andere als Wellness Charakter - einfach viel zu eng, um es sich und seinen Hunden wirklich halbwegs angenehm machen zu können, begleitet durch einen hohen Lärmpegel und Mengen von Besuchern, welche sich zudem bisweilen wirklich rücksichtslos durch die schmalen Gänge drängten.
Wundert es dann noch, das dabei erschreckend viele Hunde im entscheidendem Moment der Vorführung jegliche Ringpräsenz vermissen ließen?

Und es waren wirklich viele, bei denen der geneigte Zuschauer unwillkürlich den Eindruck gewann, das diese Vertreter Ihrer Gattung irgendwie so gar kein Esprit, Feuer und Eleganz versprühten.
Dann doch eher ein genervtes Auftreten, welches zu recht unschönen Effekten führte.

Ein Malinois beispielsweise konnte nur durch intensives Handanlegen dazu animiert werden, sich überhaupt für wenige Momente so zu präsentieren, das ein Bewerten der wesentlichen Merkmale möglich wurde.
Und einer wirklich wunderschönen Groenendael Hündin der offenen Klasse wurde die Gesamtsituation sogar so zum Verhängnis, das diese sich überhaupt nicht mehr beruhigen konnte und so den Ring mit einer Disqualifikation wieder verlassen musste.
Wirklich schade und so sicher niemals im Sinne des Erfinders!!!


Aber genug der Haarspalterei, denn es gab auch genug positives zu vermelden.

Da wäre zum einen das Teilnehmerfeld der Tervueren - welches wie fast immer das größte Kontingent der gemeldeten Belgischen Schäferhunde stellte und zudem zumindest bei den Rüden doch nationale Prominenz nach Stuttgart lockte.

Es verwundert dann auch nicht, das gerade die Ausscheidungen der Rüden in der Offenen Klasse nicht nur die meisten Tervueren (6) verzeichnete, sondern auch das mit Abstand interessanteste Teilnehmerfeld darstellte.

Mit Elex von Güldenwerth stellte sich der derzeit einzige aus deutscher Zucht stammende s.r p.E prämierte Deckrüde einem spannendem Wettbewerb mit beispielsweise dem BIS Gewinner der BSB Speziale Forcheim 2010, "Wanjo von Calruna", dem bereits auch in Frankreich erfolgreichem "High Clearings Hjuma" oder auch dem immer wieder für eine Überraschung sorgendem "Krusty von der Holzheimer Rehtränke".
Komplettiert wurde das Teilnehmerfeld mit dem eine erstaunlich positive Entwicklung nehmenden "Corazon von den Modocs" sowie dem in letzter Zeit auf Ausstellungen häufig vorgestellten "Sonny comme un Reve Noir".

Letztlich konnte sich "Elex" gegen seine Konkurrenten "Corazon" und "Wanjo" durchsetzen und so zugleich auch seine letzte Anwartschaft zum "VDH Champion" erreichen. Herzlichen Glückwunsch dazu an die stolzen Besitzer und Züchter.

Ein weiteres Highlight stellte später auch das Ringen um das BOB dar, wo sich der spätere Sieger "Grimmendans Gabor" unter anderem erstmals gleich mit zweien seiner erfolgreichen Kinder ( Livani´s Alyve und Livani´s Amido) auseinander setzen durfte.
Für diesmal behielt er noch die Oberhand, obschon sich Herr Klapproth für seine Entscheidung ein wenig Zeit lassen musste.

Hier nun die Sieger der Internationalen Zuchtschau Stuttgart 2010:

 

Die Siegerliste

  • Championklasse Rüden:Grimmendans Gabor CAC/CACIB & BOB
  • Championklasse Hündinnen: -
  • Offene Klasse Rüden: s.r p.E Elex von Güldenwerth CAC/CACIB Reserve
  • Offene Klasse Hündinnen: Chiara von den Modocs CAC/CACIB Reserve
  • Zwischenklasse Rüden: Don Diego von Xantara
  • Zwischenklasse Hündinnen: MyLady von der Holzheimer Rehtränke CAC/CACIB
  • Jugendklasse Rüden: Livani´s Amido
  • Jugendklasse Hündinnen: Livani´s Alyve
  • Jüngstenklasse Rüden: Aramis vom Kürnberg
  • Jüngstenklasse Hündinnen: -
  • Gebrauchshundeklasse Rüden: Aragon vom Wildweibchenstein
  • Gebrauchshundeklasse Hündinnen: -
  • Veteranenklasse Rüden: Arik von der Walzenheide
  • Veteranenklasse Hündinnen: -

 

Galerie ausgestellter Belgischer Schäferhunde

 

Titel, Thesen, Temperamente....

Der Erfolg oder Misserfolg einer Ausstellung liegt nicht immer nur in den Händen des begleitenden Zuchtverbandes.
In diesem Fall gliederte der BSB e.V zwar eine Sonderschau an und zeichnete auch für den eingeladenen Richter sowie die Ringstewarts verantwortlich, aber ansonsten beschränken sich die Kompetenzen doch eher auf begleitendes denn steuerndes.

In diesem Fall spendierte das Team beispielsweise allen erfolgreichen Ausstellern auch Pokale, die an das vergangene erinnern.

Eine fröhliche Stimmung am Richtertisch sorgte trotz bisweilen aufkommender Hektik für gutes Betriebsklima zwischen Richter und Ringpersonal und nahm auch einen positiven Einfluß auf den allgemeinen Ablauf dieser Zuchtschau.

Die gelassene Arbeitsweise von Herrn Klapproth konnte aber nicht darüber hinwegtäuschen,das wir selten so viele Hunde im Ring gesehen haben, welche dringend Ringtraining benötigen.

Frei gestellte Hunde sah man eher selten - was sicherlich nicht mit den vorherrschenden Umständen alleine zu erklären ist.

DIese Umstände mögen da schon eher Ihre Auswirkungen auf den einen oder anderen routinierten Aussteller gehabt haben, denn selten sah man deren Huinde derart unkonzentriert im Ring.
So verwundert es auch nicht, das die eine oder andere vornehmlich überraschende Platzierung bei genauerer Betrachtung wohl auch darin Ihre Begründung findet!
In den Siegerlisten finden sich vornehmlich dann auch jene Hunde, welche mit den vorherrschenden Umständen tatsächlich am besten zurecht kamen.

Weniger souveräne Richter als Herr Klapproth hätten und haben in der Vergangenheit auch schon bewiesen, wie rigoros Sie dies (Nicht)Präsentieren der Hunde mit Abwertungen gewichten.

Andererseits scheute Herr Klapproth nicht davor zurück, Hunden trotz vorzüglicher Bewertung die Championanwartschaften zu verweigern, wenn Sie diese in seinen Augen nicht verdient haben.
Interessant und im übrigen eigentlich ja so auch vom VDH gefordert, um der "Championflut" der letzten Jahre ein wenig Einhalt zu gebieten.

Schade war hingegen, das trotz der großen Anzahl in Süddeutschland ansässiger Züchter nur so wenige den Weg in die Halle gefunden haben.

Abschließend stellt sich also die Frage, ob Stuttgart nun eine Reise wert war?
Die Antwort wäre einfach, wenn wir denn einen Daimler Benz abholen hätten wollen.
Haben wir aber nicht und so....

 

CAC Show